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Sonderrinnenkonstruktion schafft Abhilfe – patent und wirtschaftlich

Zugspitzbahn: Nässende Tunnelwand setzt Verbindungstunnel zu den Bahnsteigen unter Wasser

Eine nässende Tunnelwand im Verbindungstunnel… Nach ständigen erfolglosen Dichtungsversuchen kamen die Hauraton Entwässerungslösungen ins Spiel.

Der Bahnhof in Garmisch-Partenkirchen ist Ausgangspunkt für die Fahrt auf die Zugspitze.

Die Bayerische Zugspitzbahn

Historisches Sinnbild für deutsche Ingenieurbaukunst und eine der letzten hierzulande noch im Betrieb befindlichen Zahnradbahnen. Die Stadt Garmisch-Partenkirchen ist der Ausgangspunkt für den spektakulär schönen Streckenverlauf, der auf die Zugspitze, den mit knapp 3.000 Metern höchsten Berggipfel Deutschlands, führt – durch das Innere der Nordflanke bis auf den Zugspitzplatt.

„Lauter Superlative“, sagt auch Oliver Tiede vom Verkaufsaußendienst des Unternehmens Hauraton. Für den Experten eröffnete sich allerdings beim genaueren Betrachten auch eine erhebliche Problemzone: die Bahnunterführung in Garmisch, die an fast ständiger Nässe litt. „Die Schwierigkeit an dieser kritischen Stelle bestand darin, dass permanent Sickerwasser von der Tunnelwand in die Unterführung gedrückt wurde.“ Sämtliche Versuche in der Vergangenheit, mit Abdichtungen und Verpressungen dagegen vorzugehen, so Tiede weiter, scheiterten. Das Nass bahnte sich weiterhin seinen Weg. Unter Wasser stehende Gehwege gehörten hier trotz mehrerer Sanierungen über Jahre zum Alltag.

Keine Lösung in Sicht, so schien es lange

Kampf gegen Windmühlen? Nach ständigen erfolglosen Dichtungsversuchen kamen schließlich die Entwässerungstechnologen von Hauraton ins Spiel. Die vor Ort mit der Unternehmung betraute Sächsische Bau holte die Kollegen dazu, denn inzwischen stand eine neue Strategie im Raum: Schluss mit den Dichtversuchen, statt dessen lieber her mit einem Konzept, wie mit dem austretenden Wasser gelebt werden – und vor allem, wie es clever in geordnete Bahnen abgeleitet werden könne. Wie muss die hierzu erforderliche Rinne konstruiert sein? Und wie sollte das Rinnensystem aussehen, mit dem endlich Abhilfe geschaffen werden kann? Ein klarer Fall für Hauraton. Denn die Lage war verwickelt und verlangte nach genauer Analyse und einem individuell zugeschnittenen Projektplan.

Kniffliger Entwässerungsfall

Folgende generelle Anforderungen wurden laut Oliver Tiede zunächst definiert: „Rasche Problemlösung – denn Bauunternehmer und Betreiber hatten bereits lange nach Abhilfe gesucht. Eine Entwässerungslösung musste nun zügig her. Und eine schnelle Umsetzung – daher lag das Augenmerk auf einer Sonderlösung, die idealerweise teils mit Produkten aus dem Hauraton-Standardprogramm abgedeckt werden kann.“ Last but not least war eine – möglichst kostengünstige – Abdeckung mit sehr flacher Rinne und eine schmale Rinnenwandung erforderlich, um wenig Platz verlieren.

Oliver Tiede und sein Kollege Andreas Ziermann vom Projektmanagement in der Rastatter Unternehmenszentrale orientierten sich zunächst gemeinsam vor Ort. „Unser Aktionsrahmen war eng gesteckt“, erinnert sich Ziermann. Die Herausforderungen im Detail: „Der Bahnsteig sollte erhalten bleiben, es gibt nur geringe Höhen- und Breitenvorgaben, die Ablaufpunkte sind nicht gerade üppig gesät – und dazu auch noch fix. Erschwerend kam hinzu, dass die Rinne ja das komplette Wasser schlucken und abtransportieren können muss.“ Alles zusammen genommen war die Wahl der richtigen Rinne damit eingegrenzt.

Fachliches Know-how und kreativer Spürsinn

Detaillierte Rücksprachen mit den Bauleitern vor Ort folgten. Die Entwässerungstechnologen nahmen jeden Zentimeter der Problemzone genauestens unter die Lupe, entwarfen anhand von Projektplänen und Tunnelquerschnitten verschiedene Varianten, wie der Wasserablauf organisiert werden könnte. Drei der schließlich entwickelten Vorschläge kamen in die engere Wahl: Der erste sah die Verwendung einer flachen Recyfix-Standard Rinne vor, der zweite eine komplette Sonderanfertigung, der dritte ein Hybridmodell aus einer Sonderanfertigung und dem Standardmodell Dachfix Steel. Diese drei „Kandidaten“ stellten sich der Diskussion.

Oliver Tiede: „Die Standardvariante stellte sich als etwas zu hoch und breit für den Zweck heraus. Die komplette Sonderanfertigung entpuppte sich zum einen als nicht zum Budget passend, zum anderen war sie dem Hybridmodell technisch nicht viel voraus. Also fiel die Wahl auf unsere Dachfix Steel 115, Typ 45 mm, jedoch mit geschlossenem Rinnenkörper und Stegrostabdeckung.“

Anti-Rost: Edelstahl macht das Rennen

Die Dachfix Steel war gesetzt – und als Material kam bei der anstehenden Belastung für die Experten nur Edelstahl in Frage. „Üblicherweise setzen wir bei Rinnen und Abdeckungen in schwierigen Fällen wie diesen Edelstahl mit der Legierung 1.4301 ein. Das entspricht der veralteten Bezeichnung V2A und erfüllt die Anforderung ‚rostfrei’“, erläutert Tide. Und Ziermann ergänzt: „Höherwertige Legierungen sind selten erforderlich und werden für Rinnen und Abdeckungen kaum eingesetzt. Denkbar wären etwa Einsatzbereiche in chemischen Anlagen.“ Mechanische Belastungen spielen bei der Anwendung im Zugspitz-Projekt keine Rolle. Die Rinnen sind begehbar und rollstuhlbefahrbar – und somit Edelstahl das ideale Material.

T-förmige Sonderentwicklungen

Für die Ablaufpunkte wurden spezielle Zuführungen als T-Verbindung gefertigt. Hauraton ging auch hier im Vorfeld auf Nummer sicher: Eine hydraulische Berechnung für das spezifische Szenario belegte die Leistungsfähigkeit der Rinne und wies nach, dass das anfallende Wasser sicher abtransportiert würde.

Fazit nach ein paar Monaten des Tüftelns und Realisierens: Die Umsetzung hat nicht nur gewirkt und das Problem komplett beseitigt, sondern sieht auch attraktiv aus und behielt die Kosten im Blick. Die neuen Rinnen wurden optimal eingebunden in den Bestand. Tide: „Laut unseren Kollegen von der Bauleitung hat diese Lösung der Deutschen Bahn so gut gefallen, das sie jetzt auch bei ähnlichen Problemunterführungen zum Tragen kommen soll. Es hat sich gezeigt, dass eine gelebte Partnerschaft – mit gemeinsamen Überlegungen von Experten unterschiedlicher Fachrichtungen – die entscheidenden Lösungsideen zum Vorschein bringen kann.“ Intelligent, praktikabel und wirtschaftlich zugleich.

Gut, wenn beim Tunnel passieren keine Pfützen den Weg behindern und die Entwässerung zuverlässig funktioniert.
Der Tunnel zu den Bahnsteigen hatte eine ständig nässende Tunnelwand.

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Petra Pahl

Petra Pahl

Pressekontakt der HAURATON GmbH & Co. KG

+49 (0)7222 958-154 petra.pahl@hauraton.com

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